Trans Madeira

Es war schon lange ein Traum von mir einmal an einem Trans-Rennen starten zu können. Ich kannte Madeira bereits von der Enduro World Series und war schon damals begeistert von der Insel und seinen vielseitigen Trails. Trans Madeira das hiess 5 Tage, 222km verteilt auf 28 Stages.

Relativ spontan und schnell hat sich dann auch eine coole Truppe zusammen gefunden welche mit mir mit ans Trans Madeira kommen wollte – bei den Locals auch bekannt als «Grassi and the Gang»: Burgi (The Liteville Rider), Römu (26er Legende) – zusammen das Team Trail Snails – Marci (der Mann für die Fotos – David Guetta halt) und Ich (The Framecracker).

 

Tag 0

Bereits früh morgens wurden wir von unserem Hotel zum Camp gefahren welches in Machico im östlichen Teil der Insel lag. Nach dem wir uns in der Zeltstadt direkt am Meer eingerichtet hatten und unsere Bikes zusammen geschraubt waren, blieb uns noch viel Zeit zum Relaxen und den freie Tag an der Sonne zu geniessen.

Durch den Tag trafen immer weitere Fahrer ein. Der Platz war schnell mit Bikes, Koffern und vielen Bikern überfüllt. Gegen Abend waren dann alle Bikes zusammengeschraubt und in Reih und Glied aufgestellt. Nur Barellis Rad fehlte ;)…leider ging dies irgendwo zwischen Madeira und Kanada verloren. Zum Glück war schnell ein Ersatzrad gefunden.

 

Tag 1

An diesem Tag fuhren wir die Trails auf der Ostseite der Insel oberhalb von Funchal in Richtung Machico. Die Strecken waren Teils auf Stages von der EWS 2017.

Die erste Stage führte über offenes Gelände mit bester Aussicht Richtung Funchal. Eine sehr anstrengende Stage für mich. Von den ersten Metern an pushte ich gleich vollgas. Die Stage endete in einem Waldbrandgebiet mit vielen staubigen Steilwandkurven. Ich war zwar ab und zu etwas am Limit aber alles in allem eine super Stage. Landschaftlich am meisten konnte die Stage 4 überzeugen. Die Trails führten entlang der bekannten Klippen Boca do Risco. Aber nicht nur die Aussicht, sondern auch die Trails waren der Hammer. Abgesehen von einem kleinen Sturz in der letzten Kurve der Stage 5 war es ein super Tag von mir. Mit nur 15 Sekunden hinter Steve Peat beendete ich den Tag auf dem fünften Rang.

Tag 2

Der zweite Tag startete am selben Ort wie der erste. Dieses Mal führten die Stages aber alle Richtung Funchal. Oben schien die Sonne und weiter unten erwartete uns dichter Nebel.

Sichtlich nervös nach meinem super Resultat lief mir die Stage eins nicht so gut. Die erste Stage war ziemlich steil, wurzlig und rutschig. Die zwei Crashs haben mich aber wachgerüttelt und nach dem Anstieg zu Stage zwei war ich bereit für meine lieblings Stage des Tages – «Mushrooms» diese war auch Teil der EWS. Super flowig und schnell mit einigen Switchbacks. Auf den letzten beiden Stages hatten wir leider nicht die beste Sicht. Wegen dem Nebel konnten wir teils keine zehn Meter weit gesehen. Die Stage endete gleich oberhalb von Funchal. Dieses Mal lag unsere Zeltstadt mitten in der Hauptstadt.

Tag 3

Am dritten Tag wurden wir auf den höchsten Berg von Madeira, den Pico da Arieira, geshuttelt. Das spezielle an Madeira ist seine landschaftliche Vielseitigkeit. Dies zeigte sich heute wieder einmal eindrücklich. Gestartet wurde auf 1800 m ü. M. und die ersten beiden Stages führten durch offenes alpines Gelände mit highspeed Abschnitten und staubigen Kurven. Der Schluss der Stage zwei führte uns durch Eukalyptuswälder mit einem super spassigen Trail durch viele Anlieger. Nach einem kurzen Anstieg fuhren wir einen alten, extrem steilen Pflastersteinpfad runter in das abgelegene Nuns Tal.

Von dort mussten wir unser Bike 1000 Höhenmeter einen steilen Wanderweg hochtragen. Der etwa 30 km lange Transfer führte uns quer durch einer der Schönsten, aber auch abgelegensten Regionen Madeiras. Zum Schluss folgten wir Kilometer lang den Levadas, dies sind alten Wasserkanälen welche das Wasser von der einen Inselhälfte in die etwas trockeneren Regionen transportieren. Dreimal mussten wir sogar mit Stirnlampen bestückt über einen Kilometer lange Wassertunnels durchqueren biss wir zu den letzten Stages kamen. Die ganze Anstrengung hatte sich aber gelohnt. Stage drei war meine Lieblingsstage. Der Trails führte durch ein regenwaldartiges Gebiet und der weiche aber griffige Waldboden war super cool zum Fahren. Die letzte Stage war ein technischer und steiler Downhilltrack.

Zur Belohnung für den längsten und härtesten Tag der Woche verteilte der Marshall im Ziel an alle ein Coral (Bier von Madeira). Was für ein Tag…

Tag 4

Der vierte Tag startet im nordöstlichen Teil der Insel. Noch vor dem Start riss ich mir meine Pedale aus der Kurbel aus. Dank der Hilfe von Jerome Clementz konnte ich die Kurbel aber reparieren. Die Stages waren eher flach und extrem rutschig. Ich hatte so meine Mühe und habe etwas an Zeit eingebüsst. Dafür erhielten wir am Mittag einen zweiten Shuttle. Am Nachmittag lagen die Stages auf der westlichen Seite der Insel. Die Bedingungen und Trails waren total anders als am Morgen. Super schnelle Tracks mit Anliegern und vielen Jumps. Das war doch schon mehr mein Ding. Die letzte Stage endete am westlichsten Punkt der Insel beim Leuchtturm «Ponta do Parago»

 

Tag 5

Der letzte Tag der Woche und nochmals fünf nicht einfache Stages zu absolvieren. Ich fühlte mich aber trotz den vier harten Renntagen noch super. Mein Ziel war es den achten Gesammtrang zu verteidigen. Dies hiess für mich weiter vollgas zu geben. Die ersten drei Stages waren wieder im Nebel, rutschig und mit vielen steinigen Abschnitten durchzogen. Zum Schluss absolvierten wir noch die bekannte Blackline und Redline. Die Blackline war mit viele rutschige Steine und Wurzel wiederum eine rechte Herausforderung um nicht zu crashen. Die Redline zum Schluss war nochmals eine hammer Stage. Vor allem die letzten Kurven und der jubelnde Empfang der vor mir gestarteten Fahrern war unbeschreiblich. Das perfekte Ende nach fünf Tagen Racing.

 

 

Das Rennen wurde von Lokalmatator Emanuel Pobo vor Jerome Clementz und Josh Bryceland gewonnen. Bei den Frauen holte sich Ines Thoma den Sieg. Ich konnte das Rennen auf dem guten achten Rang beenden. Die Woche war für mich ein unglaubliches Erlebnis. Ich habe viele tolle Menschen getroffen und wir hatten extrem viel Spass auf den super Trails in Madeira. Danke an die Organisatoren von Freeride Madeira welche diesen super Event ermöglichten. Dies war bestimmt nicht mein letztes Transrennen=).

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