Nach den Rennen in Europa standen nun die nächsten zwei Weltcuprennen in Nordamerika auf dem Programm. Das erst Rennen fand im Bikemekka Whistler im wunderschönen British-Columbia in Kanada statt. Für mich war es das erste mal, dass ich ein Rennen in Nordamerika bestreiten durfte. Deshalb freute ich mich noch etwas mehr als sonst.

Durch eine Fluganulation musste ich meinen Flugplan ändern und via Frankfurt fliegen. Mit einem kleinen Sprint meisterte ich auch die etwas knappe Umsteigzeit. Leider waren meine Koffer nicht gleich schnell und es kam wie es kommen musste. Vergebens wartete ich am Gepäckband auf meine Sachen. Also machte ich mich ohne Bike auf nach Whistler. Die Lady am Flughafen versicherte mir, dass mir meine Koffer am nächsten Tag zugestellt werden. Den ganzen Tag wartete ich aber vergebens mein Bike. Um fünf Uhr morgens vor dem ersten Training schafften es meine Sachen dann doch noch Whistler. Somit war alles ready für die sechste Runde der Enduro World Series. 

Whistler ist eines der bekanntesten Bikegebiete der Welt. Am Whistler Mountain bietet sich ein unglaublich grosses Trail und Bikepark Netzwerk. Da schlägt jedes Bikerherz etwas höher. 

Bei stralendblauem Wetter durften wir die ersten zwei Tage die Stages jeweils einmal abfahren. Daneben blieb auch noch etwas Zeit die besten Trails im Park auszuchecken. Nebst der bekannten A-Line, Dirt Nerchant oder D1 sind wir auch viele andere super Strecken gefahren. 

Erster Renntag

Am Samstag stand nur eine aber dafür die längste Stage im gesammten Weltcup auf dem Programm. In Zahlen hies dies auf 11 km Länge mussten wir 1500 Tiefenmeter bewältigen was einer Stagezeit von etwa 23 Minuten entsprach. Das Wetter war etwas bewölkt, die Strecke war aber noch mehr oder weniger trocken. Ich leistete mir keine groben Schnitzer doch startete ich etwas zu zurückhaltend und gegen Schluss verliess mich die Kraft in den Armen. Schlussendlich resultierte der 81. Zwischenrang. Damit war ich nicht ganz zufrieden. 

Zweiter Renntag

In der Nacht auf Sonntag Regnete es ununterbrochen. Und auch am Morgen danach änderte sich das Bild nicht. Wir mussten uns somit auf komplett andere Streckenverhältnisse einstelle. Mein Ziel war es mich im Vergleich zum Tag eins trotzdem noch weiter zu steigern. Breits nach der Stage 2 wussten wir was Sache war. Die Trails waren alle extrem nass und oft mit rutschigen Wurzeln und Rockslaps durchzogen. Auf den verbleibenden fünf Stages wurde uns so einiges abverlangt. Es war oft eine mentale Angelegenheit seine Motivation für die Stages immer wieder hoch zu halten. Ich schaute von Stage zu Stage und lies mich von Fehlern nicht verunsichern. Schlussendlich konnte ich mich nochmals steigern und auf zwei Stages sogar in die Top 50 fahren. Dies gelang mir bislang noch nie. Am Ende beendete ich das Rennen auf dem 57. Schlussrang und erreichte damit mein bestes Weltcup Resultat dennje. 

Nun geht es weiter nach Northstar in Californien zum 7. Lauf der EWS

Zum ersten Mal in der schweizer Endurogeschichte fand im Rahmen des Helveticups in Zinal die Schweizermeisterschaft der Endurofahrer statt. Wie gewohnt für den Helveticup wurde uns Fahrern wieder einiges abverlangt. Auf dem Menü standen fünf Stages mit total etwa 3500 Tiefenmeter verteilt über 45 Kilometer.

Am Start war alles was in der Schweizer Enduroszene Rang und Name hat. Offiziell gilt das Rennen als Bildrennen (ohne vorgängiges Training). Die Strecken sind aber fast jedes Jahr ähnlich und auch bereits vor dem Rennen markiert. Da ich zum ersten Mal in Zinal startete, wusste ich dies nicht. Durch ein Zufall konnte ich aber denn noch zwei Stages abfahren. Die übrigen fuhr ich blind. Mir machte dies aber nichts aus. Obwohl alle Stages gut liefen, waren meine besten Stages die, welche ich nicht trainiert hatte ;). Schlussendlich resultierte für mich der gute 10. Schlussrang. Bei dem Top Feld war ich damit sehr zufrieden. 

Auf das Renne in Canazei folged nur eine Woche später gleich der nächste Weltcup. Etwa zwei Autostunden von Genf, in den Französischen Alpen in Les Orres fand das fünfte Rennen der Enduro World Series statt.  Nebst einem Bikepark bietet Les Ores auch super Möglichkeiten mit dem Lift bis auf 2500 m zu fahren und von dort über cool Singletrails ins Tal zu brettern. 

Nach dem ich beim letzten Rennen mein Bike zerstörte, startete ich mit meinem Ersatzbike. Auf dem Programm standen acht stages, über 5000m Downhill aufgeteilt auf zwei Tag. Für einmal hatten wir auf den Transfers mehr Liftunterstützung als gewöhnlich. Manche Stages starteten zu oberst auf dem Berg und endeten ganz unten im Tal. Demensprechende anwpruchsvoll und zeitgleich auch lang waren die einzelnen Stages. Es war ein Mix aus hochalpinen Trails welche oft in verwinkelten Spitzkehren endeten. 
Am ersten Tag hatte ich noch etwas Mühe mit den teils sehr engen Kurven. Trotz einem sturzfreien Tag war ich mit meiner Leistung nicht ganz zufrieden. Die Abstände zu den Fahrern um mich herum waren wie gewohnt sehr eng und ich wusste, dass ich am zweiten Tag nochmol vollgas geben musste wenn ich mich noch steigern wollte. 
Nach heftigen Regenfällen in der Nacht wurde leider eine der Längsten Stages gestrichen. Somit mussten wir am zweiten Tag fast keine Höhenmeter hochtreten. Da es nur drei Stages waren zählte jede Sekunde. Ich zeigte drei gute Läufe und attackierte was ging ohne unnötige Fehler zu machen. Schlussendlich konnte ich mich noch steigern und beendete das Rennen auf dem guten 91. Rang. Damit sammelte ich weitere wichtige Weltcuppunkte.